Ratgeber Baubeschreibung prüfen
Steckdosen zählen, bevor Sie unterschreiben
Warum „Elektroinstallation nach VDE" keine Angabe ist, wie viele Auslässe üblich sind und was eine Nachrüstung später kostet.
2.8.2026 · 2 Minuten Lesezeit
Kurz gefasst
- „Elektroinstallation nach VDE“ ist keine Mengenangabe, sondern ein Verweis auf technische Regeln.
- In die Baubeschreibung gehört eine Auslassliste je Raum: Steckdosen, Schalter, Deckenauslässe, Datendosen.
- Solange die Leitungen in der Rohbauphase offen liegen, kostet eine Nachrüstung einen Bruchteil dessen, was sie später kostet.
- Häufig fehlen Außensteckdosen, Anschlüsse in Garage und Dachboden, Datendosen und Vorbereitungen für Wallbox oder Photovoltaik.
Von allen Positionen einer Baubeschreibung ist die Elektroinstallation die, bei der eine fehlende Zahl am zuverlässigsten teuer wird. Nachträglich eine Steckdose setzen heißt Wand aufstemmen, Leitung ziehen, verputzen, streichen.
Was in der Baubeschreibung steht
Meist ein Satz: „Elektroinstallation nach VDE-Vorschriften, Schalterprogramm Standard weiß."
Das ist keine Angabe im Sinne von Art. 249 § 2 Abs. 1 Nr. 6 und Nr. 8 EGBGB. Die Vorschrift verlangt eine Beschreibung der technischen Anlagen und nennt die Elektroanlage ausdrücklich unter den Gewerken, die im Einzelnen zu beschreiben sind.
Was fehlt, ist die Stückzahl.
Was dastehen sollte
Eine Auslassliste je Raum. Zum Beispiel:
| Raum | Steckdosen | Schalter | Sonstiges |
|---|---|---|---|
| Wohnen | 10 | 3 | 2 Datendosen, 1 Antennendose |
| Küche | 12 | 2 | Herdanschluss, Anschluss Geschirrspüler |
| Schlafen | 6 | 2 | 1 Datendose |
| Bad | 3 | 2 | Anschluss Waschmaschine |
Die Zahlen sind ein Beispiel, keine Vorgabe. Der Punkt ist, dass es Zahlen gibt.
Als Orientierung nennt die Richtlinie RAL-RG 678 Ausstattungswerte für Wohngebäude in drei Stufen. Viele Baubeschreibungen liegen unter der mittleren Stufe, ohne das dazuzuschreiben.
Was eine Nachrüstung kostet
Während der Rohbauphase, solange die Leitungen offen liegen: ein Bruchteil.
Nach dem Verputzen: Stemmarbeiten, neue Leitung, Verputzen, Malerarbeiten. Pro Steckdose landen Sie schnell im dreistelligen Bereich, und im Bad oder in gefliesten Bereichen deutlich darüber.
Deshalb ist der Zeitpunkt entscheidend: Die Frage gehört vor die Unterschrift, spätestens in die Bemusterung, nie in die Bauphase.
Was Sie fragen
Die Baubeschreibung beschreibt die Elektroinstallation ohne Angabe der Auslässe. Art. 249 § 2 Abs. 1 Nr. 6 und Nr. 8 EGBGB verlangen eine Beschreibung der technischen Anlagen und der Elektroanlage im Einzelnen. Bitte ergänzen Sie eine raumweise Aufstellung der enthaltenen Steckdosen, Schalterstellen, Daten- und Antennenanschlüsse sowie der Anschlüsse für Herd, Geschirrspüler und Waschmaschine.
Und die Anschlussfrage:
Bitte teilen Sie mir außerdem mit, was eine zusätzliche Steckdose kostet, wenn sie vor Beginn der Elektroinstallation beauftragt wird.
Die zweite Frage ist die nützlichere. Sie gibt Ihnen den Preis, bevor Sie ihn brauchen.
Vier Dinge, die oft fehlen und später ärgern
Außensteckdosen. Für Rasenmäher, Weihnachtsbeleuchtung, Terrasse.
Der Anschluss für die Wallbox. Auch wenn Sie noch kein E-Auto haben: Das Leerrohr in die Garage kostet im Rohbau fast nichts.
Netzwerkdosen. WLAN reicht, bis es nicht mehr reicht.
Steckdosen für Rollläden und Markise. Fallen auf, wenn die Rollläden da sind.
In der Prüfung
Die technischen Anlagen sind Prüfpunkt BBS-06 in unserem Prüfkatalog, die vier einzeln zu beschreibenden Gewerke BBS-08, Mengenangaben allgemein BBS-22. Der Bericht stellt fest, ob die Anzahl der Auslässe genannt ist, und zitiert die Stelle, an der die Beschreibung endet.
Die Vorschau ist kostenlos.
Im Text genannte Grundlagen
Art. 249 § 2 Abs. 1 Nr · EGBGB · § 2 Abs. 1 Nr