Anzahlung und Liefertermin im Küchenvertrag
Wie hoch eine Anzahlung ausfällt, was ein Liefertermin ohne Datum wert ist und warum die Restzahlung nach der Abnahme fällig sein sollte.
29.7.2026 · 3 Minuten Lesezeit
Kurz gefasst
- Anzahlungen sind bei Küchen üblich; entscheidend ist die Höhe und was ihr gegenübersteht.
- Ein Liefertermin ohne Datum ist kein Termin — § 271 Abs. 1 BGB greift nur, wenn nichts bestimmt ist.
- Halten Sie einen Restbetrag bis zur Abnahme zurück, wenn der Vertrag das zulässt.
- Verzug setzt nach § 286 Abs. 1 BGB grundsätzlich eine Mahnung nach Fälligkeit voraus.
Bei Auftragserteilung ein Drittel, bei Lieferung der Rest. So steht es in vielen Küchenverträgen, und die zweite Hälfte des Satzes ist die interessantere.
Warum überhaupt eine Anzahlung
Eine Küche wird nach Ihrer Planung beim Hersteller bestellt. Sie ist nicht ohne Weiteres anderweitig verwertbar, und der Betrieb geht mit der Bestellung in Vorleistung. Eine Anzahlung ist deshalb üblich und sachlich begründet.
Die Frage ist nicht ob, sondern wie viel und wofür. Ein Drittel bei Auftragserteilung ist verbreitet. Bei deutlich höheren Quoten finanzieren Sie den Herstellungsprozess vor und tragen damit ein Risiko, das nicht Ihres ist.
Die drei Zeitpunkte
Ein Zahlungsplan, der funktioniert, hat drei Stufen und knüpft jede an ein Ereignis, das Sie sehen können.
- Bei Auftrag — die Anzahlung
- Bei Lieferung und Montage — der Hauptteil
- Nach mängelfreier Abnahme — ein Restbetrag
Die dritte Stufe ist die, die in Standardverträgen fehlt und die den Unterschied macht. Ohne sie haben Sie alles bezahlt, bevor Sie sehen, ob die Fronten fluchten und die Auszüge schließen.
Ein Restbetrag im Bereich von fünf bis zehn Prozent ist eine Größe, über die sich reden lässt. Er ist kein Misstrauensbeweis, sondern der Grund, warum die Mängelliste in der Woche danach abgearbeitet wird und nicht im Quartal danach.
Der Liefertermin
„Liefertermin: voraussichtlich KW 42" ist kein Termin. Verbindlich wird er durch ein Datum oder durch eine Frist mit einem Startpunkt, an dem sie zu laufen beginnt.
§ 271 Abs. 1 BGB regelt den Fall, dass nichts bestimmt ist: Ist eine Zeit für die Leistung weder bestimmt noch aus den Umständen zu entnehmen, kann der Gläubiger die Leistung sofort verlangen. In der Praxis hilft Ihnen das bei einer Küche wenig, weil die Herstellungszeit aus den Umständen folgt — der Wert der Norm liegt darin, dass sie zeigt, wie wenig ein Vertrag ohne Terminangabe hergibt.
Verzug tritt nach § 286 Abs. 1 BGB grundsätzlich ein, wenn der Schuldner auf eine Mahnung nach Eintritt der Fälligkeit nicht leistet. Auch hier: ohne bestimmten Termin gibt es keine klare Fälligkeit, an die eine Mahnung anknüpfen kann.
Deshalb ist die Terminfrage keine Formalie, sondern die Voraussetzung für alles Weitere.
Was in den Vertrag gehört
- Ein Datum oder eine Frist mit Startpunkt für Lieferung und Montage
- Die Regelung, was gilt, wenn ein Gerät nicht lieferbar ist
- Die Zusage, dass Teillieferungen angekündigt werden
- Die Fälligkeit der Schlusszahlung nach Abnahme
Der zweite Punkt ist der häufigste Grund für Verschiebungen. Wenn eine Küche wegen eines einzigen Geräts vier Wochen später kommt, ist die Frage, ob geliefert und das Gerät nachgereicht wird — und was das für die Zahlung bedeutet.
Die Abnahme
Nehmen Sie sich eine Stunde. Gehen Sie jede Front an, jeden Auszug auf und zu, prüfen Sie Fugenbilder, Silikon, Sockelanschlüsse und die Funktion aller Geräte.
Was Sie finden, gehört in eine schriftliche Liste, die beide Seiten unterschreiben — mit Datum und einer Frist für die Beseitigung. Ein Zettel mit drei Punkten und zwei Unterschriften ist mehr wert als jede spätere Erinnerung.
Die Nachfrage
zum Angebot Nr. … bitte ich um einen Zahlungsplan mit drei Raten: Anzahlung bei Auftrag, Hauptteil bei Lieferung und Montage, Restbetrag nach mängelfreier Abnahme. Zudem bitte ich um einen verbindlichen Liefertermin als Datum oder als Frist mit Startpunkt sowie um die Regelung, wie verfahren wird, falls ein Gerät nicht lieferbar ist.
Drei Punkte, alle ohne Kostenfolge für den Betrieb. Der dritte ist der, an dem Sie erkennen, wie sicher der Termin wirklich ist.
Im Text genannte Grundlagen
§ 271 Abs. 1 BGB · § 286 Abs. 1 BGB